David gegen Goliath: Mittelständische Spediteure müssen sich auf dem Arbeitsmarkt mit Amazon & Co. messen

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David gegen Goliath: Mittelständische Spediteure müssen sich auf dem Arbeitsmarkt mit Amazon & Co. messen

Das Thema Personalmangel ist in vielen Wirtschaftsbereichen aktueller denn je. So werden derzeit nicht nur in der Transport- und Logistikbranche akut Mitarbeiter gesucht, sondern beispielsweise auch Pflegekräfte im Gesundheitssektor oder Handwerker in der Bauwirtschaft. Insgesamt fehlen hierzulande derzeit etwa 1,2 Millionen Arbeitskräfte. Der Personalmangel betrifft nicht nur einzelne Berufe, sondern erstreckt sich vom Dachdecker über den Sachbearbeiter bis hin zu hochrangigen Führungspositionen. Die Wandlung der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung bzw. der Erwerbstätigen ist nur einer von vielen Gründen für diesen Notstand.

Die hohe Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich unmittelbar auf den Personalmangel in Speditionsunternehmen aus. Die Konkurrenz bilden nicht nur Nachbarspeditionen, sondern auch mitarbeitersuchende Unternehmen aus diversen anderen Branchen. Diese können auch Großunternehmen, wie Amazon oder Rewe sein, die in aller Regel über ein größeres Repertoire an Ressourcen verfügen, um potenzielle Mitarbeiter für ihre Firma als Arbeitgeber zu begeistern, als mittelständische Spediteure.

Nehmen wir den Tech-Giganten Amazon als Beispiel: Zwar genießt Amazon als Arbeitgeber in manchen Kreisen keinen guten Ruf, jedoch arbeitet das Unternehmen stetig und erfolgreich an seinem Image. Seit einiger Zeit ist der Konzern mit dem Angebot „Amazon Global Logistics“ im Speditionsbereich tätig und rekrutiert fleißig Arbeitskräfte in der Branche. Das Großunternehmen bedient sich somit auf dem Arbeitsmarkt vieler Personalressourcen, die mittelständischen Speditionen enorm weiterhelfen könnten. Sei es der ausgebildete Speditionskaufmann für das Büro, der Disponent für das Lager oder gar der LKW-Fahrer für die Transportwege. Amazon ist dabei nur einer von vielen namenhaften großen Nachfragern auf dem Arbeitsmarkt, die sich um Personal aus dem Logistikbereich bemühen. Dieser Konkurrenz etwas entgegensetzen zu können, stellt für jeden Mittelständler eine große Herausforderung dar.

Personal ist der Schlüsselfaktor für die Wirtschaftlichkeit von Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, wie in der Transport- und Logistikbranche. Wenn wir nicht jetzt damit beginnen, die Themen anzupacken und uns auf den langen Weg einer kulturellen Veränderung unserer Betriebe zu beschreiten, wird es in ein paar Jahren zu spät sein. Arbeitgeber sollten dabei nicht darüber nachdenken, was sie ihren Angestellten bereits bieten, sondern einen umgekehrten Denkansatz verfolgen. Einige Mitarbeiter-Benefits sind mittlerweile zum allgemeinen Standard geworden, sodass sie gegenüber der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt keine Vorteile mehr bringen. Mit kostenlosem Kaffee oder der Mitbestimmung bei der Lkw-Ausstattung allein können weder Angestellte an das Unternehmen gebunden noch neue Mitarbeiter gewonnen werden.

Wertschätzung ist eines der Zauberworte, die gegen den Personalmangel ins Feld geführt wird. Sowohl im persönlichen Umgang als auch auf Ebene der gesellschaftlichen Anerkennung kommt ihr eine zentrale Rolle zu. Auch wenn es eine Plattitüde zu sein scheint: Die Wertschätzung insbesondere gegenüber dem Fahrpersonal muss dringend gesteigert werden. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Gehälter in der Branche allgemein und im Fahrpersonalbereich im Speziellen, in den kommenden Jahren deutlich steigen müssen. Werte von 4.000 – 5.000 Euro im Monat für einen Fahrer werden in Fachkreisen bereits skandiert. Im Wettkampf um Mitarbeiter wären aber selbst solche Gehälter nur ein Rundensieg. Die Konkurrenz wird mit aufrüsten.

Die Herausforderung Personal wird uns langfristig begleiten. Der Mittelstand hat jedoch viele attraktive Rahmenbedingungen zu bieten: Persönliche Bindung, flache Hierarchien, Gestaltungsmöglichkeiten u.v.m.. Wir können diese Vorteile aber nur gemeinsam ausspielen und die Defizite in Ressourcen und Organisation zusammen besser meistern. Die ELVIS AG arbeitet daher mit ihren Partnern und Lieferanten stetig daran, Speditionen in den vielfältigen Herausforderungen des Personalmanagements zu unterstützen, damit die Analogie von David gegen Goliath auch in Zukunft bis zum Ende trägt.

 

Über den Autor

  • Nikolja Grabowski ist seit 2021 als Vorstand der ELVIS AG verantwortlich für die strategische Ausrichtung und Kommunikation des Verbunds.
  • Privat und beruflich verfolgt er gespannt die Entwicklungen in der deutschen und europäischen Politik aufmerksam.
  • Die Digitalisierung der Transportbranche ist sein zweitliebstes Thema. Hier sieht er eine große Gefahr für die Transport- und Logistikunternehmen, aber auch eine Chance.

Redaktion: Nicolas Rauschenbach

Titelbild Composite-Bild von Ernst Geschäftsmann mit Händen auf den Hüften und – Stockfoto von Wavebreak auf iStock

Kosten einsparen durch transparentes Lademittelmanagement

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Kosten einsparen durch transparentes Lademittelmanagement

Spediteure und Frachtführer verlieren regelmäßig beachtliche Summen im Rahmen von unsauberen Palettentausch-Prozessen. Dabei ist die reine Tatsache meist bekannt. Die Höhe der finanziellen Fehlbeträge überrascht dann aber manchmal selbst erfahrene Spediteure.

Die Praxis zeigt, dass Probleme im Lademittelmanagement immer wieder billigend in Kauf genommen werden, weil eine Korrektur der Prozesse zu aufwendig und komplex erscheint. An der Abfertigung einer Sendung inklusive des Lademittels sind nahezu alle Betriebsbereiche beteiligt: Vertrieb, Auftragserfassung, Disposition, Fahrer, Lager, Abrechnung, Lademittelmanagement und Controlling. Schlussendlich spielen auch die Prozesse beim Kunden eine erhebliche Rolle. Diese Vielzahl der beteiligten Akteure führt bei Störungen zu Fehlerketten und einer Verantwortungsdiffusion. Niemand will „schuld“ an der Misere sein. Das führt aber auch zu Frustration, da der Einzelne das Gefühl hat, er kann an der Situation nichts ändern. Probleme sind demnach häufig bekannt, werden aber von A nach B geschoben oder ignoriert.

Um Fehler abzustellen, muss Lademittelmanagement daher stets ganzheitlich betrachtet werden und die Kommunikation zwischen den Akteuren in den Fokus stellen. Um sich einen schnellen ersten Überblick über Fehlerquellen zu verschaffen, empfiehlt sich eine strukturierte Prozessprüfung. Mit dieser Prüfung wird der Ist-Zustand mit dem Soll- bzw. Ideal-Zustand abgeglichen, Abweichungen werden erkannt und können aufgelöst werden. So wird Station für Station in der Prozesskette analysiert und anschließend ein sauberer Ablauf für alle Akteure definiert und umgesetzt.

Im Rahmen der ELVIS Mitgliedschaft bieten wir allen Partnern eine solche strukturierte Analyse Ihrer Lademittelprozesse kostenlos an. Dabei wird der gesamte Prozess über alle Abteilungen hinweg in sieben Kategorien beleuchtet:

Eine solche Analyse führt nicht automatisch zum dauerhaften Erfolg. Der Fortbestand eines effizienten Palettenmanagements lebt von einer gewissen Mitarbeiter-Kontinuität bzw. -Bindung, einer offenen Fehlerkultur und einer Leitungsebene, die dem Thema Raum gibt und sich der Aufgabe widmet. Aber unsere Erfahrung zeigt, dass durch die Optimierung regelmäßig fünfstellige Beträge eingesparte werden können. Die Arbeit lohnt sich!

Kontaktieren Sie uns, wenn wir auch Sie dabei unterstützen dürfen, dass Sie mit Ihrem Lademittelmanagement deutlich Kosten sparen.

 

Ihr Ansprechpartner:
Patrick Mohr
Projektmanager Consulting & Prozesse 

Tel.: +49 6023 50734-12
Mobil: +49 162 2192956
E-Mail: patrick.mohr@elvis-ag.eu

Titelbild Paletten vor blauem Himmel von  Stephan Sühling auf Adobe Stock

NeoCargo: Die neue Art, Frachten durchzuführen

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NeoCargo: Die neue Art, Frachten durchzuführen

Im Interview mit der Vorständin Vertrieb Larissa Eger

Ihr Unternehmen heißt NeoCargo, was so viel bedeutet wie neue Fracht. Was genau ist das Neue an ihrem Konzept?
Eger: Wir haben das Rad natürlich nicht neu erfunden. Wir bieten Spediteuren eine innovative Möglichkeit, Frachten in einer vernetzten Welt durchzuführen. Die Vernetzung der Speditionen im Markt und der gemeinschaftliche Ansatz sind das Neue, also die Art und Weise, eine Fracht abzuwickeln.

Wie unterscheidet sich die NeoCargo-Art denn vom bisherigen Prozedere in den Speditionen?
Eger: Die meisten Unternehmen organisieren ihre Abläufe und Prozesse heute mithilfe verschiedener Software-Lösungen. Nur können diese wegen unterschiedlicher Datenformate oft nicht miteinander kommunizieren. Deshalb müssen Schnittstellen programmiert werden, die die verschiedenen Formate hin- und her konvertieren. Dabei entstehen nicht nur hohe Kosten, oft mangelt es den Speditionen auch an den erforderlichen Kapazitäten. Spediteure, die sich uns anschließen, benötigen dagegen nur noch eine Schnittstelle: die von ihrem Transportmanagement System zu NeoCargo. Das garantiert eine hohe Qualität und Sicherheit der Daten.

Wer einen Standard definieren will, muss möglichst alle Interessen berücksichtigen, was voraussetzt, dass er sie kennt. Woher wissen Sie, welche Ansprüche der durchschnittliche mittelständische Transportdienstleister hat?
Eger: Wir haben ihn gefragt. Wir haben unzählige Betriebe besucht und ausgiebig analysiert, was genau die Informationen sind, die ein durchschnittlicher Spediteur braucht, um einen Auftrag abwickeln zu können. In einem zweiten Schritt haben wir dann die Kriterien für einen einheitlichen Standard definiert und darauf aufbauend das Datenformat entwickelt. Im Ergebnis ist NeoCargo so etwas wie der digitale Zwilling einer Spedition. Das heißt, wir spiegeln jeden Auftrag jedes uns angeschlossenen Unternehmens. Auf Wunsch können wir diese Daten auswerten und beispielsweise intelligente Lösungen für Pool-Konzepte entwickeln. Dabei sind wir streng neutral. Die Datenhoheit verbleibt bei unseren Nutzern.

Es geht also über die Etablierung eines einheitlichen Datenstandards hinaus.
Eger: Genau. Die Schaffung eines Datenstandards ist die Basis für einen verlustfreien Datenaustausch. Die so generierten Daten können von uns dann ausgewertet und/oder mit anderen Leistungen verknüpft werden. Es gibt viele attraktive Angebote am Markt, sei es zur Maut, zu Versicherungen, Frachtenbörsen, Anbieter von Karten oder Verkehrsdaten. Die Idee ist, dass die Spediteure dieses Leistungsspektrum über NeoCargo entsprechend ihrer individuellen Bedarfe nutzen können und dann auch nur genau diese Leistungen bezahlen müssen. Damit entfällt die langfristige Bindung auf bestimmte Systeme – samt der Lock-in-Effekte, die sich daraus ergeben. Gerade für kleinere Unternehmen eröffnet das ganz neue Möglichkeiten und es verbessert die Chancen, auch digital Anschluss zu halten.

Das erinnert ein bisschen an das Carsharing-Konzept.
Eger: Ja, in den wenigsten Fällen rechnet es sich, für einen einzelnen Auftrag in eine neue Software zu investieren. Auch nicht, wenn sie viele Vorteile bietet. Anders sieht die Sache aus, wenn der Spediteur diese Leistung ohne großen Aufwand und ohne sich langfristig festzulegen seinem jeweiligen Bedarf entsprechend dazubuchen kann. Die praktische Umsetzung ist bislang jedoch immer an der Schnittstellenproblematik gescheitert.

Aber welchen Anreiz haben die Softwarehersteller und Systemanbieter, bei NeoCargo dabei zu sein?
Eger: Das gute Kosten-Nutzen-Verhältnis, das sich ihnen bietet. Der Aufwand beschränkt sich letztlich die Programmierung der Schnittstelle zu NeoCargo. Dafür bekommen sie Zugang zu einer Plattform, auf der sich potenzielle Kunden in großer Zahl finden.

Wann wollen Sie mit NeoCargo operativ an den Start gehen?
Eger: Im Moment rechnen wir damit, Mitte des Jahres so weit zu sein.

Haid-und-Neu-Straße 18

76131 Karlsruhe

Tel: 0721 981 91 800

info@neocargo.de

Fragilität vs. Resilienz vernetzter Lieferketten

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Fragilität vs. Resilienz vernetzter Lieferketten

Logistiker als verwundbare Ziele von Cyberattacken

Unsere Lieferketten sind fragiler denn je. Das wissen wir spätestens seit der Cyberattacken auf Wisag und den Hamburger Tanklagerlogistiker Oiltanking. Wisag musste als Reaktion auf den Angriff seine IT-Systeme herunterfahren, um weitere Schäden zu verhindern. Bei Oiltanking wurden sogar explizit die Be- und Entladesysteme attackiert, was zu einer erheblichen Einschränkung des Geschäftsbetriebs führte. Die Auswirkungen solcher Cyberattacken sind gravierend, denn sie treffen nicht nur einen einzelnen Logistiker, sondern häufig die gesamte assoziierte Lieferkette.

Solche oder ähnliche digitale Anschläge sind keine Einzelfälle. Sie sind vielmehr ein Indiz dafür, dass insbesondere Logistik- und Transportdienstleister aufgrund der engen Verpflechtungen in den Lieferketten verwundbare Ziele solcher kriminellen Aktivitäten sind.

Gefahr durch “Innentäter”

Cyberattacken können von außerhalb als auch von intern eingeleitet werden. „Innentäter“ können beispielsweise Mitarbeiter sein, die Zugriff auf sensible Daten haben und diese ohne große Mühen manipulieren oder kopieren können.

Diese und weitere Manipulationen beobachteten SBCF & Cie. und ELVIS gemeinsam mit einem Konsortium aus Vertretern aus Wissenschaft und Praxis im Rahmen des Forschungsprojektes NutriSafe. Ziel des Projektes ist der Ausbau der Sicherheit in Lebensmittelproduktion und Logistik mithilfe der „Distributed-Ledger-Technologie“ (Blockchain-Technologie). Bei einem von der Universität der Bundeswehr München und SBCF & Cie. geleiteten „Serious Game“ sollten die Teilnehmer Strategien und Gegenmaßnahmen zur Vorbeugung von Angriffen durch “Innentäter” entwickeln. Dazu Philipp Bensch, Director bei SBCF & Cie: „Es kristallisierte sich ein umfassender und dringender Bedarf an effizienten Methoden zur Prävention von IT-Sicherheitsvorfällen durch Innentäter für die Logistik heraus.”

Blockchain-Technologie zur Stärkung der Resilienz

Tim Hoiß, Blockchain Experte der Universität der Bundeswehr München, sieht für die Logistik- und Speditionsbranche großes Potential in der Blockchain-Technologie. Sie ermögliche es unter anderem, Daten sicher zu speichern und auszutauschen. Dank der kryptographischen Methoden, die dabei zum Einsatz kommen, sei es nahezu unmöglich, Daten unbemerkt zu manipulieren. Hoiß und Bensch sind sich einig: „Die Digitalisierung von Prozessen mittels Blockchain generiert eine höhere und sichere Verfügbarkeit der Daten und liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Resilienz und IT-Sicherheit zukünftiger Lieferketten”.

SBCF & Cie. GmbH
Graf-Adolf-Platz 15
40231 Düsseldorf
Tel.: +49 211 20 54 10-90

Bildquelle: Bild von Darwin Laganzon auf Pixabay 

Heimattreu und gut vernetzt

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Heimattreu und gut vernetzt

Für die Felix Transport AG steht im Sommer ein Generationenwechsel an

Wenn Fabian Felix (30), stellvertretender Geschäftsführer der Felix Transport AG aus Arlesheim, mal durchatmen muss und eine kurze Auszeit vom Stress der täglichen Arbeit braucht, reichen ihm ein paar Schritte übers Heidebrüggli, schon steht er mitten in der Reinacher Heide. Wie in einem Postkarten-Idylle strömt die Birs dort malerisch durchs Gelände. Fast die Hälfte aller im Kanton vorkommenden Pflanzenarten leben in dem Schutzgebiet. Natur pur. Nun gilt die Nähe zu Flora und Fauna nicht unbedingt als Standortvorteil für einen Logistiker. Der ergibt sich für Felix aus einem anderen Umstand: Vom Hof der Spedition bis ins Zentrum von Basel, einem der weltweiten Zentren der Chemie- und Pharmaindustrie und nach Zürich und Genf drittgrößte Stadt der Schweiz dauert die Fahrt über die angrenzende A18 gerade einmal zehn Autominuten. Näher am Kunden kann man kaum sein.

Eine Zeitenwende steht an für die Felix Transport AG aus Arlesheim, genauer ein Generationenwechsel. Inhaber Hanspeter Felix will den Staffelstab im August an seinen Sohn Fabian weitergeben. Im 70. Gründungsjahr übernimmt damit die dritte Generation die Verantwortung für das Familienunternehmen mit heute 130 Mitarbeitenden, das Walter Felix 1952 als Einmannbetrieb gründete. Auf seine künftige Aufgabe als Unternehmenslenker hat sich der 30-Jährige gut vorbereitet. Neben seinem Vater arbeitet er bereits seit 2019 als stellvertretender Geschäftsführer im elterlichen Betrieb und kennt die Fallstricke im Tagesgeschäft. Zuvor hat er erst eine Ausbildung zum Bankkaufmann durchlaufen, dann ein Studium der Betriebsökonomie an der FH Nordwestschweiz absolviert und schließlich bei DHL Suppy Chain die Feinheiten der modernen Logistik in der Praxis kennengelernt. Abgesehen davon hat Hanspeter Felix sein Feld bestellt und übergibt ein gesundes Unternehmen.

Den anteilig größten Umsatz macht der Schweizer Logistikspezialist seit langem im Stückgutgeschäft. Ein Gutteil der Kunden ist ob der Nähe zu Basel entweder der Pharma- oder der Chemiebranche zuzuordnen. Dementsprechend sind alle 70 Fahrzeuge der Spedition für Gefahrgut-Transporte zugelassen. Zum Fuhrpark zählen zudem mehrere Thermofahrzeuge, die nach den GDP-Richtlinien für Pharmatransporte zertifiziert sind. Der Umsatzanteil der Lagerlogistik, aktuell bewirtschaftet die Felix Transport AG rund 25.000 qm überdachte Lagerfläche, liegt bei 15 Prozent. „Wir sind im Grunde also ein klassischer Gemischtwarenladen mit klarem Schwerpunkt auf das Transportwesen“, lacht der 30-Jährige.

Eine Notwendigkeit, hieran Wesentliches zu ändern, sieht Felix erstmal nicht. Die Geschäfte laufen gut. Die größte Herausforderung im Moment sei nicht, an Aufträge zu kommen, sondern fähige Mitarbeiter zu finden, vor allem für den Platz hinter dem Volant. Das heißt allerdings nicht, dass es nichts zu verbessern gäbe. „In puncto Digitalisierung sind wir noch nicht da, wo ich gerne wäre“, sagt Felix und zeigt sich überzeugt: Mittels intelligenter Software-Lösungen lassen sich nach wie vor Potenziale erschließen – besonders im Stückgut-Geschäft. Neue technische Möglichkeiten können helfen, die Auslastung der Fahrzeuge zu steigern und die Zahl der Leerkilometer nachhaltig zu senken. Das Resultat: niedrigere transportspezifische Kosten, mehr Effizienz. Eine nahtlose digitale Prozesskette verbessert darüber hinaus die Kommunikation innerhalb von Netzwerken. Ein Aspekt, der besonders ebenfalls im Stückgut-Geschäft zum Tragen komme.

„Wir arbeiten im Stückgut- und Teilladungsbereich mit verschiedenen anderen Schweizer Speditionen zusammen. Das funktioniert gut und verlässlich. Aber sowohl der Umschlag als auch die Abholung werden noch analog abgewickelt, über Papier. Das ist natürlich nicht optimal“, so der 30-Jährige. Auch müssten nach wie vor noch zu viele Aufträge manuell erfasst und ins Transport Management-System (TMS) eingepflegt werden. Damit jedoch soll es bald vorbei sein. Die Einführung eines neuen TMS ist bei der Felix Transport AG beschlossene Sache. Die Wahl fiel auf das System WinSped der Logistische Informationssysteme AG aus dem westfälischen Greven. „Es müssen nur noch einige Schweiz spezifische Anpassungen vorgenommen werden“, berichtet Felix. Ausgerollt werden soll die neue Software dann im kommenden Sommer.

Damit verschwinden die Themen Digitalisierung und Vernetzung aber keineswegs von Fabian Felix‘ Tagesordnung. „Das ist ein Prozess, der aus vielen kleinen Projekten besteht und der viele Beteiligte mitnehmen muss“, sagt der 30-Jährige. Dabei wolle jeder Schritt wohlüberlegt und gut durchdacht sein. „Es muss klar sein, dass die Kosten für eine Idee immer zu den Möglichkeiten der Monetarisierung in Relation stehen.“ Schließlich greife man mit der Implementierung einer neuen Software oft tief in die Unternehmensprozesse ein. „Die große Herausforderung besteht vor allem darin, den Überblick zu bewahren, sich nicht zu verzetteln und die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt zu wählen“, lacht Felix und fügt mit leichter Ironie an: „Ganz einfach also!“

Apropos Überblick bewahren: viel von Felix‘ Aufmerksamkeit erfordert derzeit auch die Planung des künftigen Fuhrparks. Lohnt sich der Einsatz von LNG-Fahrzeugen noch, wenn die LSVA-Befreiung nur noch für Biogas oder andere alternative Antriebe gilt? Welche Alternativen zum konventionellen Diesel-Aggregat bieten sich stattdessen? Bieten sich bereits Möglichkeiten, Wasserstoff- oder E-Lkw zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen einzusetzen? So viele Fragen und keine langfristige Investitionssicherheit. Da kann einem leicht mal der Kopf rauchen. Glücklich ist da, für den Erholung und Frische nur ein paar Schritte übers Heidebrüggli entfernt sind.

 

 

Fabian Felix

stellvertretender Geschäftsführer der Felix Transport AG

Bildquelle Titelbild & Profilbild: Felix Transport AG

Eikona Data Integration – Automatisch vernetzt

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Eikona Data Integration – Automatisch vernetzt

Effiziente Logistikprozesse bedingen eine gute Vernetzung aller Beteiligten und damit
schlanke, dynamische Schnittstellen

Ein Gütertransport ist auf seinem Weg vom Versender bis zum Empfänger oft eine Gemeinschaftsleistung mehrerer Unternehmen. Um diese Zusammenarbeit effizient zu organisieren, tauschen die Beteiligten ihre Auftragsdaten idealerweise möglichst durchgängig digital miteinander aus.

Dafür haben Logistiker mit ihren Kunden und Partnern über Jahrzehnte in aufwendigen Verhandlungen Schnittstellen eingerichtet, bei denen die Daten aus dem Ursprungssystem direkt in vorhandene Felder des Zielsystems übertragen werden. Zwischen dem Transport Management System (TMS) und dem ERP-System (Enterprise Ressource Planning) von Verladern passen die so übermittelten Daten aber oftmals nicht direkt in die Prozesslogiken der Anwendungen. Die Spedition muss zu den Aufträgen beispielsweise Produkte, Frankaturen und Packmittel erfassen – häufig durch manuelle Nacharbeit. Daten die für den Versender keine übergeordnete Rolle spielen.

Schnelle und direkte Zusammenarbeit
Um neue Kooperationen zu erleichtern und die Zusammenarbeit zu beschleunigen, hat EIKONA Logistics eine einfache, flexible und dynamische Lösung entwickelt. Das Modul EIKONA Data Integration aus der EIKONA Logistics Cloud ersetzt langwierige Verhandlungen über Datenformate, Felder und die passende Syntax. Es verfügt über einen Pool gängiger Branchenprotokolle mit den entsprechenden Codelisten von Unternehmen und Kooperationen, die der Nutzer passend zum Empfänger auswählt. Damit konvertiert das Tool die Daten automatisch in das benötigte Zielformat, auch individuelle CSV- oder XML-Formate.

Speditionen und ihre Kunden können auf diese Weise kurzfristig kooperieren und Daten ohne Systembrüche elektronisch miteinander austauschen. Das steigert die Effizienz in der Steuerung von Logistikprozessen erheblich. Darüber hinaus ermöglicht es die Statustransparenz in Echtzeit – eine zunehmend wichtige Grundanforderung vieler Auftraggeber. Ohne, dass dafür eine Sendungsrecherche in externen Systemen erforderlich wäre, erhalten sie nun sämtliche Fortschrittsdaten zu den Transporten bis hin zur voraussichtlichen Ankunftszeit (ETA) direkt in ihr ERP.

Vollständige Systemintegration
Im Tagesgeschäft eines Logistikdienstleisters verspricht die EIKONA-Lösung wesentliche Verbesserungen: Die Mitarbeitenden
der Spedition müssen nicht mehr parallel in mehreren Systemen und
Plattformen arbeiten. Das Tool integriert Speditionen in die Prozesse ihrer Kunden und Partnern durch folgende Funktionen:
• Vernetzung der Partner durch unterschiedliche Übertragungsprotokolle, wie: FTP, SFTP, FTPS, HTTP/Rest API, AS2
• Übersetzung eines technischen Datenformats in ein anderes (Syntax)
• Übersetzung unterschiedlicher Business-Logiken (Semantik)
• Konvertierung in Echtzeit
• Proaktives Monitoring der Datenflüsse

 EIKONA AG                                                                                                   Am Alten Bahnhof                                                                                   97332 Volkach                                                                                             Tel: +49 9381 / 71778-116

BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

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BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Gut vernetzt, ist halb gewonnen – In Sachen IT gehörte die BTG schon seit den 80er Jahren zu den Early Adoptern

Die Fahrzeuge der BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG sind nicht zu übersehen. Knallrot lackiert sieht man sie besonders häufig in der Region um Bocholt, wo der Logistikspezialist seit 1894 seinen Sitz hat. Die ersten Transporte führte das Unternehmen noch mit Pferdefuhrwerken durch. Mit den Brüdern Jan (47) und Jörg Feldberg (44) steht inzwischen die vierte Generation in der Verantwortung für die heute rund 300 Mitarbeitenden, die der Logistikspezialist verteilt auf zwei Standorte in Bocholt beschäftigt.

Den größten Teil seines Umsatzes erwirtschaftet das Familienunternehmen mit Stückgut-Transporten. BTG unterhält unter anderem Linienverkehre nach Österreich, BeNeLux, Schweiz, Frankreich, Tschechien und Polen und ist Mitglied im ELVIS Teilladungssystem. Ohne Teil solcher Netzwerke zu sein, sei es für einen Mittelständler und noch dazu in diesem Geschäftsbereich heute schwierig, gleichzeitig eigenständig zu bleiben und rentabel zu wirtschaften, erklärt Jan Feldberg. Zum Leistungsspektrum zählen zudem Teil- und Komplettladungen, Umzüge sowie zahlreiche Value Added Services.

Organisiert wird all das in Bocholts neuem Industriepark-Süd, wo die BTG-Verwaltung seit nunmehr zehn Jahren ihren Sitz hat. 2.400 Quadratmeter Bürofläche hat das Unternehmen dort gebaut und 2012 bezogen. Auch Seniorchef Clemens August Feldberg (82) hat hier noch ein Büro und ist regelmäßig vor Ort, um die Entwicklung des Unternehmens aus nächster Nähe zu verfolgen und natürlich, um seine Söhne zu unterstützen, wo er nur kann. Es heißt schließlich nicht umsonst Familienunternehmen. Das Führungstandem hat die Verantwortungsbereiche derweil trennscharf verteilt. Jan Feldberg kümmert sich um die Finanzen und die IT, sein jüngerer Bruder Jörg managt den Vertrieb und die Produktion.

Neben der Verwaltung befindet sich auf dem gut 45.000 Quadratmeter großen Areal an der Wüppings Weide 1 auch die Umschlaghalle von BTG, 6.000 Quadratmeter groß, ausgestattet mit 75 Ladetoren. Außerdem untergebracht sind dort eine Werkstatt, eine Lkw-Waschanlage sowie eine Lkw-Tankstelle für den 60 ziehende Einheiten großen Fuhrpark. Rund zehn Millionen Euro hat das Familienunternehmen vor zehn Jahren in die Anlage investiert und damit seine Kapazitäten nahezu verdoppelt. Lagerhaltung und Kontraktlogistik finden seither auf dem alten Firmengelände am Schlavenhorst 72 statt. Aktuell stehen dort rund 21.000 Quadratmeter Fläche mit über 12.000 Palettenstellplätze zur Verfügung. Aber an einer Kapazitätserweiterung wird bereits gearbeitet. Seit Januar laufen die Bauarbeiten für drei neue Lagerhallen und ein neues Bürogebäude. Damit wächst die Lagerfläche auf über 30.000 Quadratmeter und rund 25.000 Stellplätze im Hochregal. Viel Platz für vielfältige Logistiklösungen.

Breit aufgestellt ist das Unternehmen auch was die Kundenstruktur betrifft. Der Größte Teil der Aufträge kommt von kleinen und mittelständischen Betrieben unterschiedlichster Branchen. Jörg Feldberg: „Von einzelnen großen Auftraggebern abhängig zu sein, ist riskant. Deswegen achten wir sehr auf Diversifikation und einen gesunden Kunden-Mix.“ Um die Transport- und Logistikaufträge so effektiv wie möglichst abwickeln zu können, setzt der Bocholter Logistikspezialist bereits seit den 80er Jahren auf die Unterstützung datenverarbeitender Systeme. Diese Offenheit gegenüber neuen Technologien pflegt auch die vierte Generation an der Unternehmensspitze.

Mehr noch, die Digitalisierung ist für BTG heute einer der zentralen Bausteine zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit. Statt auf Anwendungen von der Stange zu vertrauen, entwickelt das Unternehmen seine Software lieber selbst, maßgeschneidert und speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten. Ein eigenes Kundenportal hat die hauseigene IT Abteilung ebenfalls bereits programmiert. Das Knowhow dafür stammt auch aus Kooperationen mit Hochschulen, die BTG regelmäßig sucht. Jan Feldberg: „Die Digitalisierung birgt nach wie vor Potenziale. Und die sind für den Early Adopter natürlich am größten. Oder anders gesagt: Zu den Technologieführern zu gehören, zahlt sich immer aus. Deswegen versuchen wir, immer nah dran zu sein an den neusten Entwicklungen.“

So kommt bei den Bocholter Logistikspezialisten beispielsweise ein Roboter zum Einsatz, der Paletten automatisch nach deren Qualität sortiert und gleichmäßig auf eine Höhe stapelt. Umgesetzt wurde das Projekt zusammen mit Werkstudenten verschiedener Universitäten und Fachhochschulen aus der Region. Die Erfahrungen, die das Unternehmen dabei gesammelt hat, sollen helfen, künftig weitere logistische Prozesse wie das Kommissionieren von Waren zu automatisieren. Jan Feldberg: „Wir reagieren damit auch auf den anhaltenden Fachkräftemangel und schaffen uns auf diese Weise die Möglichkeit, die knappen Personalressourcen an anderer Stelle effektiver einsetzen zu können.

Der Idee des Austausches und der Vernetzung halten Jan und Jörg Feldberg übrigens auch in anderen Bereichen die Treue. So ist die BTG beispielsweise Mitglied in gleich drei Kooperationen. Jörg Feldberg: „Wer als mittelständischer Logistiker im Segment Stückgut und Teilladungen nicht nur bestehen, sondern auch eine einigermaßen auskömmliche Marge erwirtschaften will, muss extrem flexibel sein. Diese Flexibilität sichern wir uns über unsere Mitgliedschaft in Ladungsverbünden wie beispielsweise ELVIS.“

Hohe Bedeutung misst das Familienunternehmen bei überdies dem Thema Nachhaltigkeit. Schon seit langem bietet der Logistiker seinen Kunden beispielsweise an, Transporte CO2 neutral durchzuführen. Jan Feldberg: „Dazu erstellen wir mittels einer zertifizierten Methode eine CO2-Bilanz und kümmern uns dann um den Ausgleich der verursachten Emissionen. Das machen wir durch den Erwerb von Ausgleichszertifikaten spezieller Anbieter, über die wiederum Projekte finanziert werden, die nachweislich und sinnvoll die Umweltbelastung reduzieren.“ Mehr als 15.000 Sendungen im Jahr transportiert der Bocholter Logistiker bereits auf diese Weise CO2-neutral. Auch in diesem Punkt zeigt sich, was BTG schon lange weiß: Gut vernetzt, ist halb gewonnen.

Jörg Feldberg

Geschäftsführer der BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Jan Feldberg

Geschäftsführer der BTG Feldberg & Sohn GmbH & Co. KG

Bildquelle Titelbild & Profilbild: BTG Feldberg  Sohn GmbH & Co. KG

ELVIS explosiv: Volker Wissing, bitte melden!

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ELVIS explosiv: Volker Wissing, bitte melden!

Ich räume ein: der gedankliche Abschied von Verkehrsminister a.D. Andreas Scheuer nach der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres war verfrüht. Seit Ende März muss ich häufiger wieder an ihn denken. Genauer seit dem 25. März. An diesem für den deutschen Steuerzahler schwarzen Freitag hat das mit der grandios gescheiterten Pkw-Maut befasste Schiedsgericht verkündet: den Betreiberfirmen CTS Eventim und Kapsch TrafficCom steht „dem Grunde nach“ Schadensersatz zu. Wie hoch der ausfällt, wird noch verhandelt. Die Firmen fordern 560 Millionen Euro. Am Ende, davon darf man ausgehen, wird es genug sein, um Scheuer doch noch etwas länger in Erinnerung zu behalten.

Apropos: Ich kann mich gar nicht daran erinnern, in letzter Zeit mal etwas von unserem neuen Verkehrsminister, Volker Wissing, gehört oder gelesen zu haben. Der promovierte Jurist, der mit FDP-Ticket in der Tasche in die Berliner Invalidenstraße 44 eingezogen ist, ist nicht nur in den Medien wenig präsent, er sei auch für Branchenvertreter kaum greifbar, heißt es. Gut, Wissing hat viel zu tun. Scheuer weiß warum. An der Infrastruktur in Deutschland hinterlässt der Zahn der Zeit immer deutlichere Spuren. Viele Straßen und Brücken sind marode, mitunter sogar einsturzgefährdet wie die Rahmede Talbrücke auf der A45, die seit Ende vergangenen Jahres nun gesperrt ist – und mit ihr eine der Hauptachsen vom Ruhrgebiet gen Frankfurt am Main. Der Handlungsdruck ist immens und duldet keinen weiteren Aufschub. Das ist bekannt.

Nichtsdestotrotz sollte ein Ressortchef mindestens einen rudimentären Austausch mit derjenigen Branche pflegen, die von jeder seiner Entscheidungen mehr oder weniger unmittelbar betroffen ist: die Logistik, mithin eine der umsatzstärksten Geschäftszweige und systemrelevant obendrein. Da könnte man schon mal hinhören, wenn’s Probleme gibt. Und die gibt’s im Moment nun wirklich zuhauf.

Im Zuhören soll Scheuer übrigens ganz gut sein, heißt es aus gut informierten Kreisen. Nur die richtigen Schlüsse hat er halt nicht immer gezogen, moniert der Bund der Steuerzahler.

Ihr Jochen Eschborn

 

Jochen Eschborn
Vorstand der ELVIS AG

Profilbild Fotostudio Brückner Photo & Art Kerstin Zinngraf

Marodes Schienennetz: Mittelstand warnt vor Überlastung des Straßengüterverkehrs

Pressemeldung

Marodes Schienennetz: Mittelstand warnt vor Überlastung des Straßengüterverkehrs (Foto: Bild von AdobeStock von Kara)

Marodes Schienennetz: Mittelstand warnt vor Überlastung des Straßengüterverkehrs

Berlin, 02.06.2022 – Vor dem Hintergrund offensichtlicher Engpässe im deutschen Schienennetz warnen die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) und der Bundesverband Der Mittelstand. BVMW vor neuen Schwierigkeiten für die ohnehin angespannten Lieferketten. Es drohe eine Überlastung des Straßengüterverkehrs, sollten aufgrund des Kapazitätsausfalls auf der Schiene mehr Gütertransporte auf die Straße verlagert werden, erklärten die Verbände jetzt gemeinsam in Berlin.

„Der Gütertransport per Bahn ist elementar für stabile und nachhaltige Lieferketten in Deutschland. Er spielt nicht nur eine Schlüsselrolle für die Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor, sondern trägt auch wesentlich dazu bei, die mittelständischen Straßenlogistiker zu entlasten“, sagte Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbandes Der Mittelstand. BVMW. „Ein ganzheitlicher Logistik-Ansatz muss Straße und Schiene gemeinsam denken. Das marode und überlastete Schienennetz in Deutschland zwang schon in den vergangenen Wochen hunderte Güterzüge zeitweise aufs Abstellgleis. Es ist schwer zu verstehen, dass der Güterverkehr auf der Schiene durch offensichtlich mangelhaftes Baustellenmanagement nun komplett ausgebremst wird.“ Eine Vernetzung der Verkehrsträger werde so immer schwieriger. Jerger: „Für die angespannten Lieferketten ein weiterer Nackenschlag, für die Wirtschaft – insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen – eine wahre Hiobsbotschaft.“

Ergänzend erklärt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG: „Bereits heute haben Straßenlogistiker mit vielfältigen Herausforderungen wie dem anhaltenden Fahrermangel zu kämpfen, die sie wirtschaftlich an ihre Grenzen bringen. Gleichzeitig ist die Lage bei den Frachtkapazitäten äußerst angespannt. Sollte das Wirrwarr im Bahnverkehr die Nachfrage nach Straßentransportkapazitäten weiter befeuern, könnte sich die Situation zuspitzen.“ Viel mehr als mit zusätzlichen Transportaufträgen sei den mittelständischen Spediteuren und Frachtführern mit einer auskömmlichen Preisgestaltung gedient. Darüber hinaus gelte es, endlich niedrigschwellige Angebote zu konzipieren, die den Schienen- und den Straßengüterverkehr sinnvoll miteinander kombinieren. „Ansonsten“, so Grabowski, „ist die Frage letztlich nicht mehr, zu welchem Preis, sondern ob überhaupt ein Transport durchgeführt werden kann.“

Notwendigkeit und Mehrwert von Vernetzung

Blogbeitrag

Notwendigkeit und Mehrwert von Vernetzung

The world is a village

Die Welt ist ein Dorf – man kann sicher sein, dieser Satz fällt, laufen sich Bekannte fern der Heimat unerwartet über den Weg. Und wohl nie traf diese Aussage besser zu als heute. Für jene, die wollen, ist die Welt heute 24 Stunden am Tag ein – zumindest digitales – Dorf. Über das Internet und seine Plattformen, Podien und Foren ist nahezu jeder Ort und jeder Mensch jederzeit erreichbar. Alle sind miteinander in Kontakt, alles ist vernetzt, selbst Maschinen und Geräte.

Seit Datenströme dichtgewebt den Globus umspannen, durch Tiefseekabel und über Satelliten geleitet, sind die Menschen sich über alle Entfernungen hinaus näher denn je. Die Digitale Revolution, die im ausgehenden 20. Jahrhundert ihren Anfang fand, beeinflusst nahezu alle Lebensbereiche und hat einen digitalen Lebensstil entstehen lassen. Wirtschafts- und Arbeitswelt, Öffentlichkeit und Privatleben haben sich binnen kürzester Zeit rapide verändert. Die neuen Medien prägen das Kommunikationsverhalten, die Sprachkultur und sogar Sozialisationsprozesse. Über das Internet of Things (IoT), das Internet der Dinge, kommunizieren mittlerweile sogar Maschinen und Geräte autonom miteinander. Der letzte Umbruch vergleichbaren Ausmaßes war die industrielle Revolution vor 200 Jahren.

Nur nicht den Anschluss verlieren!

Die Folgen für die Wirtschafts- und Arbeitswelt sind auch diesmal gravierend. Unter diesen Gegebenheiten erfolgreich zu wirtschaften und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern, ist eine große Herausforderung. Denn das Neue eröffnet nicht nur bis dato ungeahnte Möglichkeiten; die Risiken, die es birgt, sind kaum minder groß. Als gesichert gelten darf jedoch: Für diejenigen, die sich dem Wandel verschließen, wird es schwieriger als für diejenigen, die versuchen, ihn aktiv zu gestalten. Abwarten und Tee trinken empfiehlt sich also nicht. Das Gebot der Stunde lautet stattdessen: nur den Anschluss nicht verlieren! Und damit ist sowohl jener ans digitale Netz gemeint als auch die Einbindung in operative Netzwerke. Das gilt besonders für Betriebe, die ihre Leistungen an verschiedenen Stellen entlang einer Wertschöpfungskette erbringen, wie es Logistiker in der Regel tun.

Etwas von A nach B transportieren oder sachgemäß lagern, hat vielleicht gestern gereicht, um gewinnbringend zu wirtschaften. Heute ist die Implementierung der Logistik in den Unternehmensprozessen essenziell und bildet die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit einer jeden Unternehmung. Deshalb verlangt die Industrie 4.0 eine vernetzte, dezentralisierte und echtzeitfähige Logistik. Unternehmen, die noch nicht sämtliche Prozesse digitalisiert haben, die ihre Daten noch nicht systematisch speichern, auswerten, archivieren und teilen, werden es insofern sehr schwer haben, sich weiter am Markt zu behaupten. Eine entsprechende IT-Infrastruktur, leistungsfähige Softwarelösungen und natürlich das Know-how für deren Bedienung sind die Minimalvoraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft. Aber nicht die einzige. Genauso wichtig – und dieser Aspekt wird nach wie vor oft übersehen – sind die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Kooperation. Denn Wertschöpfungsketten lassen sich mittels digitaler Lösungen nur dann optimieren, wenn die beteiligten Unternehmen auch auf operativer Ebene gemeinschaftlich arbeiten. Einhergehend mit der Digitalisierung haben Netzwerke und Kooperationen deshalb stark an Bedeutung gewonnen. Und die steigenden Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben diesen Trend, man könnte auch Paradigmenwechsel sagen, noch verstärkt.

Mehr Effizienz durch das Bündeln und Optimieren von Transportströmen

Hat der singuläre Wettbewerb damit ausgedient? Mit Ja oder Nein ist diese Frage kaum hinlänglich zu beantworten. Allein die Herausforderungen der Digitalisierung und des Klimaschutzes haben jedoch Ausmaße, die wohl nur wenige Unternehmen sinnvoll allein werden meistern können. Erfolgsversprechender scheint die gemeinsame Entwicklung von Lösungen. So hat beispielsweise das EU-Förderprojekt NexTrust ergeben, dass sich über das Bündeln und Optimieren von Transportströmen in Netzwerken mit gleichberechtigten Partnern und sogar Wettbewerbern erhebliche Effizienzgewinne erzielen lassen – sowohl bei Stückgut- und Ganzladungsverkehren als auch bei kombinierten Verkehren. Und das kartellrechtskonform und unter Einhaltung unternehmensinterner Compliance-Regeln. Voraussetzung hierfür, so das NexTrust-Konsortium, sei jedoch der offene Austausch aller nicht kommerziell sensibler Informationen zwischen den Kooperationspartnern.

Der Großteil der deutschen Logistiker dürfte hierfür mittlerweile gerüstet sein. Doch selbst für Unternehmen, die dem Thema Digitalisierung besondere Aufmerksamkeit schenken und in diesem Bereich schon viel erreicht haben, ist es mitunter schwierig, einen reibungslosen Datentransfer sicherzustellen. Vor allem, weil ein einheitlicher Kommunikationsstandard fehlt. Die Karte der in der Logistik gebräuchlichen Datenformate gleicht dem berühmten Flickenteppich. Damit die vielen verschiedenen Systeme überhaupt miteinander kommunizieren können, müssen die Softwareanbieter Schnittstellen programmieren. Eine aufwendige und teure Lösung. Und eine fehleranfällige. Denn von Station zu Station werden die Informationen so x-mal konvertiert. Dabei gibt es immer wieder Inkompatibilitäten, die zulasten der Datenqualität gehen.

Flexibilität und Skalierbarkeit

An einer grundsätzlichen Lösung für dieses Problem arbeitet aktuell das noch junge Start-up NeoCargo aus Karlsruhe (lesen Sie hierzu auch das Interview auf Seite 10). Das Gründerteam will ein Angebot schaffen, das angeschlossenen Logistikunternehmen den verlustfreien Datenaustausch mit allen gängigen Systemen der Branche erlaubt und so die Kommunikation in Netzwerken, Kooperationen und Allianzen auf ein neues Niveau hebt. Das Ergebnis sind mehr Möglichkeiten und mehr Flexibilität. Die Basis dafür bildet ein Datenformat, das speziell für die Logistik konzipiert wurde und deshalb alle im speditionellen Alltag gebräuchlichen Wertebereiche abbilden kann. Unternehmen, die sich NeoCargo anschließen, sprechen sozusagen dieselbe Sprache. Erforderlich ist lediglich noch eine Schnittstelle vom jeweiligen Transport-Management-System zu NeoCargo. Über den Karlsruher Daten-Hub können die so generierten Daten zudem ausgewertet und beispielsweise intelligente Lösungen für Pool-Konzepte entwickelt werden. Netzwerken in seiner modernsten Form.

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