• Fahrer fordern höhere Wertschätzung
  • Transportunternehmen sollen Öffentlichkeitsarbeit ausbauen
  • Ergebnisse der Studie münden in Maßnahmenkatalog

    Die ELVIS AG geht mit dem Projekt Fahrpersonal aktiv das wachsende Problem des Fahrermangels an. (Foto: ELVIS)„Ob ein Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg hat, ist heute weniger eine Frage der Auftragslage denn des Personals“, sagt Christine Platt, Prokuristin der ELVIS AG. Viele Transportunternehmen hätten wegen des eklatanten Fahrermangels inzwischen erhebliche Umsatzeinbußen zu verkraften. Im Gegensatz dazu bewege sich die Nachfrage auf konstant hohem Niveau. Die Branche boome – und zwar europaweit. Ausländische Fahrer kehren aus diesem Grund vermehrt zurück in ihre Heimat und verstärken so den Fahrermangel hierzulande. „Umso wichtiger ist es für die hiesigen Unternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und den Wünschen der Fahrer verstärkt Beachtung zu schenken“, sagt Platt. „Dabei wollen wir unsere Partner aktiv unterstützen, indem wir zusammen mit der Uni Stuttgart einen Maßnahmenkatalog erarbeiten.“

    Die Auswertung der Fahrer-Befragung hat unter anderem ergeben, dass diese eine höhere Wertschätzung für ihre Leistungen fordern. Eine Erkenntnis, die wenig überrascht hat. Schon der von ELVIS im Vorfeld initiierte Aktionskreis Fahrpersonal hatte bereits viele Maßnahmen in dieser Richtung aufgezeigt. Eng einher geht dieses Anliegen jedoch mit dem Wunsch nach einem stärkeren Engagement der Transportunternehmen in puncto Öffentlichkeitsarbeit. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich, dass der eigene Arbeitgeber die Bedeutung des Fahrerberufs deutlicher hervorhebt. Häufig moniert wurden außerdem die Bedingungen an den Rampen der Verlader. Die Situation dort müsse sich dringend verbessern, so die Forderung vieler Fahrer. Als für viele wichtig erwies sich im Weiteren auch die Möglichkeit einer betrieblichen Weiterbildung.

    Für die Speditionen ergibt sich aus den Forderungen der Fahrer ein deutlicher Handlungsbedarf. Sie müssen glaubwürdig vermitteln, dass die Arbeit von Berufskraftfahrern gut und wichtig für den eigenen Betrieb und die Gesellschaft als Ganzes ist. Ebenso erscheint es für die Logistikdienstleister angebracht, gemeinsam mit ihren Kunden die Situation beim Be- und Entladen zu analysieren und unnötige Belastungen für die Fahrer zu beseitigen. Prof. Large führt hierzu an: „Unternehmen sollten nicht nach dem Prinzip Hoffnung verfahren, sondern die Wirksamkeit ergriffener Maßnahmen kritisch hinterfragen. Dazu können Datenerhebungen im Betrieb und entwickelte Methoden der statistischen Auswertung einen wesentlichen Beitrag leisten.“

    Die Ergebnisse der Studie werden nun in einen Maßnahmenkatalog überführt, der den ELVIS-Mitgliedern als Leitfaden dient. Detailliert erläutert werden darin sowohl die Ziele und Wirkweisen einzelner Maßnahmen als auch deren Umsetzung. Der Katalog wird so konzipiert, dass er laufend erweitert, ergänzt und gegebenenfalls angepasst werden kann.